Flims – Trin GR

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Aus der Sicht des übergeordneten Themas Bewässerung stehen folgende Aspekte / Fragen im Vordergrund:

  • Wo gibt es / wo gab es früher natürliche Wasserläufe, die sich dafür eignen / eigneten, Wasser für Bewässerungszwecke abzuzweigen?
  • Wo gibt es / wo gab es früher Quellen / Wasseraustritte, welche sich eignen / eigneten, Wasser für Bewässerungszwecke zu liefern?
  • Wo gibt es / wo gab es früher Suonen (Dutgs, ….), die eingerichtet wurden, um Wasser von einem bestimmten Punkt A zu einem bestimmten Punkt B zu bringen?
  • Wo gibt es / wo gab es früher lokale Bewässerugssysteme, welche dazu dienten, eine bestimmte Parzelle zu bewässern?

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In dieser Gruppe präsentiere ich die Suonen, welche Johann Clopath in seiner Publikation Die Bewässerungsanlagen der Gemeinde Trin vom Mittelalter bis im 20. Jahrhundert erwähnt. Wichtig: Meine Eintragungen der von Johann Clopath beschriebenen Suonen sind provisorisch. Es wird im Rahmen der weiteren Arbeiten darum gehen, diese Eintragungen in Zusammenarbeit mit Johann Clopath, Christian Malär und Helmut Zepik zu überarbeiten und zu präzisieren.

Insbesondere wird es darum gehen, die von Johann Clopath beschriebenen Fixpunkte so genau wie möglich zu bestimmen (Koordinaten / Höhe über Meer). Denn aufgrund dieser Fixpunkte lässt sich der Verlauf der Suonen mittels ALTI3D besser suchen.

A Offene Leitung Frühmittelalter
Suone A aus dem Frühmittelalter

Ausgangspunkt der Suone: Wasserfassung Val Turnigla / Val Trimosa (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)

Verlauf der Suone: Offene Leitung durch den Tschenghel Pign.

Fixpunkt des Verlaufs: Von dieser Leitung sieht man gemäss Clpath noch die Löcher der Holzbalken im Tschenghel Pign. Koordinaten und Höhe m.ü.M der Holzbalken ???

Zielgebiet der Suone: Maiensässe von Munt (Genaues Ziel? Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)

Anmerkung M. Weidmann: geht man davon aus, dass mit dem Wasser der Suone das gesamte Gelände von Munt Dadens bewässert wurde, musste das Ziel der Suone im Scheitelbereich des Bewässerungssystems enden - auf ca. 1300 m.ü.M. Wenn dies zutrifft, musste das Wasser auf 1400 bis 1500 m.ü.M. aus der Turnigla entnommen werden. Ist eine entsprechend lange Suone auf der linken Seite des Val Turnigla realistisch?
B Offene Leitung Fruehmittelalter
Suone B aus dem Frühmittelalter

Ausgangspunkt der Suone: Wasserfassung Val Turnigla / Val Trimosa (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)

Verlauf der Suone: durch den Crap Uera

Fixpunkte des Verlaufs:
- ein Holzbalken im Crap Uera (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)
- Mauerreste – zum Teil bis drei Meter hoch – zwischen dem Crap Uera und dem Crap Sogn Barcazi (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)
- «Reservoir» in einem Tobel?? (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)

Zielgebiete der Suone: Trin-Digg / Trin-Visut (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)
C Offene Leitung Fruehmittelalter
Suone C aus dem Frühmittelalter

Ausgangspunkt der Suone: Wasserfassung Val Turnigla / Val Trimosa (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)

Verlauf der Suone: durch den Crap Pign

Fixpunkte des Verlaufs: zwei Holzbalken und verschiedene Löcher im Crap Pign (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)

Zielgebiete der Suone:
- Fup-Porclis (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)
- Trin-Digg (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)
- Fiena (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)
- Laseaz (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)
D Röhrenleitung von 1875
Röhrenleitung von 1875

Ausgangspunkt der Suone: Wasserfassung Val Turnigla (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)

Verlauf der Suone: Sut Casti, Trin-Digg

Fixpunkte des Verlaufs: ?

Zielgebiete der Suone: Trin-Visura (Begl dil Pre) (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)
E Röhrenleitung von 1900
Röhrenleitung von 1900

Ausgangspunkt der Suone: Wasserfassung Val Turnigla (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)

Verlauf der Suone: Das Wasser wurde links vom Crap Sogn Barcazi durch eine Galerie geleitet. Die Suone unterquerte den Hügel von Sut Casti in einer Gallerie.

Fixpunkte des Verlaufs: Gallerie Denter Craps (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M)

Zielgebiete der Suone: Trin-Tignuppa (Koordinaten ??? / ??? m.ü.M); oberer Teil der Gemeinde Trin.

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3 Dutg da TuoraTuora-Suone

Ausgangspunkt der Suone: Die Wasserfassung für diese Suone lag gemäss Bundi ganz in der Nähe des Laaxerbaches (Ual Draus) auf ca. 1100 m südwestlich Staderas/Runca am sogenannten «Lag Tiert», am linksseitigen Bord des Laaxerbaches.

Verlauf der Suone: Vom Lag Tiert über den Rand des Maiensässes Uleisch entlang nach Süden und nach Salums ostwärts in unzähligen Windungen durch hügeliges und zerklüftetes Gebiet des Flimserwaldes nach Tuora (von etwa 1100 m auf etwa 900 m). Vermutlich hatten die Einwohner von Tuora bereits im Frühmittelalter einen beinahe 5 km lange und meterbreite Suone errichtet, um ihre Flur von ca. 10 ha zu bewässern.

Zielgebiet der Suone: Maiensäss Tuora (880 m) am Rande der Rheinschlucht. Seit dem Spätmittelalter ganzjährige zu Sagogn gehörige Siedlung. Sie lag an der ehemaligen «Landstrasse» Trin-Sagogn-Ilanz. 1333 ist dort eine Kirche St. Peter bezeugt. Der Weiler Tuora umfasste etwa sieben Hofstätten mit Haus und Stall und zugehörigem Grundbesitz.

Nutzung des Wassers: Dem Lag Tiert wurde das Tuora-Wässerwasser entnommen. Das Wasser des Sees wurde besonders im Herbst zum Wässern gebraucht.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
4 Dutg dallas FoppasFoppas-Suone

Ausgangspunkt der Suone: Lag Tiert

Verlauf der Suone: ?

Zielgebiet der Suone: Im Jahre 1795 teilte die Gemeinde das Areal von Foppas-sut oder Foppas-Lantagen an 37 Private als Löser aus. In der Folge litt diese Gegend stark an Wassermangel, und man realisierte die Suone.

Nutzung des Wassers: Wässerwasser. Falls die Laaxer Mühle über zu wenig Bachwasser verfügte, besass diese ein Vorbezugsrecht vor der Suone.

Anmerkungen Bundi: mit dem Bau der Foppas-Suone entstand 1802 das letzte grössere Bauwerk auf Gebiet von Sagogn. Nunmehr stand für die Maiensässe von Sagogn ein umfassendes Bewässerungsnetz zur Verfügung: Drei Suonen führten vom Lag Tiert aus teils parallel, teils einander überquerend nach Salums und dann in getrennten Richtungen nach Tuora, las Foppas und Planezzas.

Um den Ersten Weltkrieg herum wurden sie allesamt aufgegeben. Ihre Spuren sind im Gelände noch sichtbar, verlieren sich aber zusehends. Von den vielen Holzkännelleitungen, die auf den Berggütern von Sagogn und Laax einst Wasser aus den Bächen zu den Brunnentrögen und zur Flurbewässerung heranführten, fehlt nunmehr jede Spur. Die letzte Teuchelleitung bestand noch etwa bis 1950 von der Val Vau (1420 m) hinunter in die Bergwiesen von Zuneu (1360 m).


Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
5 Dutg da PlanezzasPlanezzas-Suone

Ausgangspunkt der Suone: ...

Verlauf der Suone: ,,,,

Zielgebiet der Suone: ....

Nutzung des Wassers: ....

Anmerkungen Bundi: Um 1500 herum kam es sukzessive zur Ausscheidung von Territorium zwischen Sagogn und Laax. Unter anderen bildete die Urkunde vom 10, Febr. 1535 Gegenstand eines solchen Austausches: Laax überliess Sagogn die Hälfte der Zinsen auf gemeinsamen Gütern in Bargaus und auf der Isla da Corvs unten am Rhein, und Sagogn zedierte an Laax seine Weiderechte in Planezzas sura und ob dem Lag Tiert bei Staderas.

In diesem Zusammenhang ist von «wasser und wasserleyty» am Lag Tiert die Rede. Es wurde bestimmt, dass die alten Wasserleitungen entlang «Wullitsch» und nach «Planezzas sut» offen und unberührt bleiben sollten. «Wullitsch», das heutige «Uletsch», liegt lat. «aqualis» mit Endung -iceu zugrunde, was «Wassergraben» bedeutet. Damit wurde hier bestätigt, dass schon zwei Aquädukte bestanden: einer nach Tuora und einer nach Planezzas, Tuora war das ältere Kulturland, Planezzas das jüngere Urbarland aus mittelalterlicher Zeit.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
6 Dutg da BargausBargaus-Suone

Ausgangspunkt der Suone: Ual da mulin

Suone / Bewässerungssystem: etwa 20 km langes Grabennetz

Zielgebiet der Suone: Wiesenareal von Bargaus (680 m) am Rhein

Nutzung des Wassers: Wässerungswasser

Anmerkungen Bundi: Der Flurname reicht in die Zeit des 8. Jahrhunderts zurück, wo es im Tello- Testament von 765 als «bareca» (Heustadel, Holzschopf, rom. bargia) aufscheint. Ebenso altes Kulturland wie Tuora.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
7 Dutgs da Val VauVal Vau-Suonen

Ausgangspunkt der Suonen: ?

Suonen: Holzkännelleitungen. Von den Leitungen fehlt jede Spur.

Zielgebiet der Suonen: Berggüter von Sagogn und Laax

Nutzung des Wassers: für Brunnentröge und Flurbewässerung


Letzte Teuchelleitung
- Ausgangspunkt der Leitung: Val Vau (1420 m)
- Zielgebiet der Leitung: Bergwiesen von Zuneu (1360 m).
- Bemerkung Bundi: Diese Leitung bestand noch bis etwa 1950.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
8 Dutg dil ConnConn-Suone

Die längste (ca. 6 km) und älteste der vier Suonen (Hauptgräben), die Rechts vom Flem Wasser vom Wildbach abzweigten. Die bedeutendste heute noch Wasser führende Suone der Gemeinde.

Ausgangspunkt der Suone: Wasserfassung am Flem, knapp unterhalb der Punt Runca, ca. auf 1230 m.

Verlauf der Suone: Das erste Teilstück besteht gemäss Bundi aus Zementröhren, zuvor waren es Holzkanalleitungen. In unzähligen Windungen schlängelt sich die Suone durch den Runcawald, westlich am Parkhotel Waldhaus und nördlich von Prau la Selva vorbei, dann dem Weg zum Caumasee entlang östlich durch Runc da Ravas und Uaul da Teua hinunter nach Conn (1010 m). An verschiedenen Stellen musste die Suone mit Känneln und Röhren überbrückt werden.

Zielgebiete der Suone: Primär Conn. Unterwegs gab die Suone an diverse Wiesenareale Wasser ab, insbesondere bei Prau la Selva. Mit einem Nebengraben, der nördlich Prau Pulte durchführte, versorgte sie das Wiesengelände von Staderas.

Bemerkungen Bundi: Unterwegs hatte er an diverse Wiesenareale Wasser abzugeben, so insbesondere bei Prau la Selva. Dies bezeugt indirekt ein Lehensbrief der Gemeinde von 1498 an Jeckly Cuonrat. Die Gemeinde verlieh darin dem Cuonrat einen Wiesenkomplex aus der Allmende, genannt «Prau-metza-Selva», mit Zubehör, darunter auch mit «Wasser und Wasserlaity».
Zusammen mit der Cangina-Suone, der Tuora-Suone von Sagogn und der Pintrun-Suone von Trin reichte sie vermutlich in die Zeit des Frühmittelalters zurück. Aus dieser Epoche dürften nämlich die Rodungen der einstigen Dauersiedlungen Tuora, Conn und Pintrun stammen, die an der alten Landstrasse am Rande der Ruinaulta lagen. Diese Enklaven im Grossen Flimserwald besassen an Ort und Stelle nur spärliche Quellen. Sie waren auf Zufuhr von Wasser für das Vieh, aber speziell zur Bewässerung der Fluren angewiesen.

Im 15./16. Jahrhundert ist im Gebiet des Grossen Flimserwaldes der Urbarisierungsprozess noch im Gange: Neue Wirtschaftsräume werden aus dem Wald oder der Allmende gewonnen. So muss der Hauptgraben zeitweise neuen Arealen zudienen, Nebst Prau la Selva versorgte er nunmehr mit einem Nebengraben, der nördlich Prau Pulte durchführte, das Wiesengelände von Staderas.



Selbständige Leitung
- Ausgangspunkt der Leitung: eigene Fassung am Flem knapp oberhalb Punt Runca (bei ca. 1250 m)
- Zielgebiet der Leitung: Maiensässe von Runca Sut (1240 m)
. Anmerkung Bundi: Wohl erst eine Anlage der beginnenden Neuzeit.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
9 Dutg da GutveinaGutveina-Suone

Ausgangspunkt der Suone: Flem

Verlauf der Suone: Sie benutzte in ihrem obersten Teil auf etwa einem Kilometer das Bachbett der Conn-Suone. Allerdings finden sich im Gelände streckenweise zwei parallele Leitungen, und es lässt sich nicht mehr genau ermitteln, welche welcher Suone (Conn, Staderas, Gutveina) zuzuordnen sind.

Zielgebiete der Suone: Die Gutveina-Suone bewässerte zunächst das Gebiet von Prau Sura rechts der Val Stenna, dann die Wiesen von Gutveina ober- und unterhalb der heutigen Landstrasse,

Bemerkungen Bundi: Die Suone ist 1527 erstmals urkundlich bezeugt. Diese dürfte aus dem Spätmittelalter stammen, als diverse Rodungen im Gebiet von Flims-Waldhaus vorgenommen wurden. Diese Suone gehörte zu den vier Suonen (Hauptgräben), welche rechts vom Flem Wasser vom Wildbach abzweigten.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
10 Dutg da Tarschlims-RuncaTarschlims-Runca-Suone

Ausgangspunkt der Suone: Wasserfassung bei den Berggütern von Tarschlims am Flem, ca. 300 m unterhalb der Punt Tarschlims (ca, auf 1470 m). Das Flusswasser war dort durch ein Wehr aus Baumstämmen gestaut worden und bildete ein Becken zur besseren Einleitung in die Suone.

Verlauf der Suone: In der Folge gab es je eine Verzweigung hinunter in die Bergwiesen von Muletg und eine westwärts entlang der Schneise der heutigen Startgels-Abfahrtspiste hinunter in das Areal des ausgedehnten Weideterritoriums von Rungialona und Runca Sura. Hier fliesst gemäss Bundi noch heute ein Bächlein um viele kleine Hügelerhebungen talwärts und bildet, trotz sehr mangelhaften Unterhalts, ein angenehm auffallendes Merkmal in der Kulturlandschaft.

Zielgebiete der Suone:
Das feuchte Wiesentälchen südlich davon (ca. 1460 m}, wo weiteres Quellwasser anfiel, das heute für die Wasserversorgung der Gemeinde gefasst ist.

Bemerkungen Bundi: Das Wasser dieser Suone stammt nicht mehr aus dem Flem, sondern aus neugefassten Quellen im Bereich von Uaul Tarschlims-Val gl’Urs. Das Areal von Runca Sura (1284 m) südwestlich von Ault la Runca scheint erst im 16. Jh. urbarisiert worden zu sein. Darauf deutet ein Lehensbrief der Gemeinde von 1551, gemäss dem diversen Flimsern aus der Allmend «Runka» ein Stück «mit wasser und siner laytin» zur Bewirtschaftung überlassen wurde.

Mit dem Hinzutreten zusätzlicher Nutzer an der langen Tarschlims-Runca-Suone kamen auch Differenzen und Streitigkeiten wegen des Unterhalts der Suone auf. Aus einem Spruchbrief von 1561 wird ersichtlich, dass gewisse Grundbesitzer von Tarschlims sich weigerten, sich am Unterhalt der Suone zu beteiligen, indem sie begründeten, sie hätten bereits genügend beigetragen mit der Bewilligung, die Suone durch ihre Güter führen zu lassen. Das Schiedsgericht gab ihnen recht 37. Die genauere genossenschaftliche Organisation von Bau, Betrieb und Unterhalt dieser Suone ist nicht bekannt; ebensowenig kennt man Rechtsordnungen von den anderen Hauptgräben von Flims.

In der Zeit eines noch anhaltenden Landesausbaues erstellten diverse Private für sich allein Bewässerungsgräben zu ihren Grundstücken. Solches resultiert aus einem Spruchbrief von 1581 zwischen der Gemeinde und Tumasch Castrischer. Letzterer war auf die Benützung der Gemeindeweiden in Gutveina, Vallatsch und Caschligna südöstlich des Darfes angewiesen, nachdem er sein Gut gesäubert und bepflanzt und «etliche grosse wasser gräben» darauf errichtet hatte.


Diese Suone gehörte zu den vier Suonen (Hauptgräben), welche rechts vom Flem Wasser vom Wildbach abzweigten.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
11 Dutg da CaschlignaDie Caschligna-Suone

Ausgangspunkt der Suone: Vermutlich östlich Marcau am Flem

Verlauf der Suone: durch Caschligna dadens und dado

Zielgebiet der Suone:
Das Gut in Islas von Casper Steinrisner Wasser nordwestlich des Lag Ia Cresta (neugewonnenes Kulturland).

Bemerkungen Bundi: Vermutlich östlich Marcau am Flem fasste vor 1597 Casper Steinrisner Wasser, das er in einer Suone durch Caschligna dadens und dado nach seinem Gut in Islas nordwestlich des Lap In Cresta leitere, Er musste hiezu Gemeindeland beanspruchen. Aus den Anständen mit der Gemeinde ist ersichtlich, dass er die Erlaubnis für das Durchleitungsrecht erst nachträglich einholte und auch dann sich nicht unbedingt an die getroffenen Abmachungen halten wollte, Die Beharrlichkeit führte zum Ziel: Auch für ein derart abgelegenes und späterschlossenes Kulturland wie die Caschligna und Isla gewährte die Gemeinde schliesslich ein Wasserdurchleitungsrecht über Gemeindeboden.

Diese Suone gehörte zu den vier Suonen (Hauptgräben), welche rechts vom Flem Wasser vom Wildbach abzweigten.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
12 Dutg da CanginasDie Canginas-Suone

Die Suonen links vom Flem bewässerten das alte Flimser Kulturland. Als erstes dürfte die Canginas-Suone gebaut worden sein. Sie ist zweifellos die älteste Suone; sie existierte vermutlich schon im 8. Jahrhundert. Ihre Anlage erinnert an einen grossen Bach.

Ausgangspunkt der Suone: Wasserfassung am Flem auf ca. 100 m oberhalb der Punt la Runca

Verlauf der Suone:
Die Suone hat im Gelände deutliche Konturen hinterlassen: ein riesiges Bachbett zeugt von ihrer einstigen Bedeutung, und ein Gebüschsaum zeigt ihre Richtung im Gelände an.

Zielgebiet der Suone: Prau ault (1245 m),

Bewässerungssysteme: Zur Feinverteilung des Wassers auf dem ganzen angrenzenden Areal dienten auch Holzkännelleitungen; daran erinnert der Flurname Sur canals im obersten Teil von Vein.

Nutzung des Wassers: Es bewässerte die grosse Flur von Vein und Cangina, versorgte den einstigen Hof Cangina mit Wasser und mündete am westlichen Dorfrand in den Bach Davos; dieser Wassergraben, der bis etwa 1960 noch in Gebrauch war, soll einst am Dorfrand auch eine Sägerei betrieben haben, wozu allein das Wasser des Davos-Baches nicht ausgereicht hätte. Sein Hauptzweck war aber die Flurbewässerung.

Bemerkungen Bundi: Die ausserordentliche Fruchtbarkeit der heutigen Wiesen von Vein und Cangina, die mit einer dicken Erdschicht versehen sind, erklärt sich durch jahrhundertwährende Bewässerung und Ablagerung des begehrten Schlammes aus dem Flem-Wildbach.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
13 Dutg da RuncsDie Runcs-Suonen

Ausgangspunkt der Suonen: nahe bei der Punt Gronda

Suonen: Zwei kleinere Wassergräben. Beide sind gemäss Bundi durch Skipisten, neue Fahrstrassen und Wanderwege über weite Strecken zerstört und kaum mehr auffindbar.

Zielgebiete der Suonen: einerseits Runcs und Fischeisch, andererseits Prau Giosch

Nutzung des Wassers: Es scheint sich bei beiden um jüngere Anlagen zu handeln, die vorwiegend zum Tränken für das Vieh und kaum für die Flurbewässerung gebraucht wurden.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
14 Dutg da Muntatsch/Prau TumaschDie Muntatsch / Prau Tumasch-Suone

Die «Dutg da Muntatsch / Prau Tumasch» gehört zu den Suonen, die links vom Flem das alte Flimser Kulturland bewässerten.

Ausgangspunkt der Suone: Wasserfassung war am Flem bei Stavel Tgioc sut oberhalb der Punt Gronda, d.h. des heutigen kleinen Stausees, ca, bei 1310 m

Verlauf der Suone: Sie führte "in erstaunlicher Anlage" von der Wasserfassung aus durch den stark zerklüfteten, von Felsbrocken und Geländevorsprüngen geprägten Uaul Runcs hinaus und zuoberst in Muntatsch weiter bis Prau Tumasch (1208 m).

Um das Wasser der Suone über Mulden und Felsspalten im stark coupierten Wald zu leiten, waren Kanal- oder Teuchelleitungen erforderlich. Überreste von Halzkänneln fanden sich noch um 1920 im Uaul Runcs.

Zwei kleinere Wassergräben führten Wasser nahe bei der Punt Gronda hinaus nach Runcs und Fischeisch einerseits und nach Prau Giosch anderseits, Jedoch scheint es sich bei beiden um jüngere Anlagen zu handeln, die vorwiegend zum Tränken für das Vieh und kaum für die Flurbewässerung gebraucht wurden. Beide sind durch Skipisten, neue Fahrstrassen und Wanderwege über weite Strecken zerstört und kaum mehr auffindbar.

Zielgebiet der Suone: Heimwiesen nördlich und nordwestlich des Dorfes, also vorwiegend altes Kulturland

Nutzung des Wassers: Bewässerung der Heimwiesen nördlich und nordwestlich des Dorfes. Vermultlich diente es ursprünglich auch der Bewässerung der darunter gelegenen Wiesen und Äcker von Fischeisch, Quadris und Murissen. Darauf deutet insbesondere das breite Bachbett in Prau Tumasch hin, das an einen ansehnlichen Hohlweg erinnert.

Bemerkungen Bundi: In einer Urkunde von 1554 ist von «wasser und siner laytin» in «Stavel Job» und in Muntatsch die Rede.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
15 Dutgs da Spaligna (Flida e Talansaus)Die Spaligna-Suone

Die Suonen links vom Flem bewässerten das alte Flimser Kulturland. Die «Dutg da Spaligna». dürte als zweite gebaut worden sein.

Ausgangspunkt der Suone: Als beste Anzapfstelle erwies sich ein Flussstück auf ca. 1840 m nördlich Punt Desch vor einem markanten Felsabfall.

Verlauf der Suone: Hauptsuone zur Bewässerung der Berggüter; sie ist eine von dreien, die heute noch Wasser führen. Der Dutg da Spalegna ist einer der längsten Gräben im Flimser Gebiet und weist ein ungewöhnlich starkes Gefälle auf: über 4 km Länge, 500 m Höhendifferenz, ca. 12% Gefälle. Dieses überdurchschnittliche Gefälle ist bedingt durch die begrenzte Möglichkeit der Wasserfassung am Flem.

Zielgebiet der Suone: Die Berggüter. Diese sind geographisch getrennt durch den Wald Uaul Steina: Westlich in die Cuolms dadens und Östlich in die Cuolms dado.

Nutzung des Wassers: Es ist möglich, dass der erste Grund zur Herleitung von Wasser in die Cuolms dado, in ein Gebiet mit sehr wenigen und nur schwachen Quellen, das Bereitstellen von Tränkewasser für das Vieh war; aber der Mensch brauchte für seine Aktivitäten in den Käsehütten auch Wasser, und die Wiesen konnten nur mit Bewässerung ertragreich werden.


Dutg da Flida und Dutg da Talansaus

An der besten Anzapfstelle (Flussstück auf ca. 1840 m nördlich Punt Desch vor einem markanten Felsabfall) finden sich im Gelände Spuren zweier Wassergräben.

Oberer Graben: Der obere führte mit einer selbständigen Wasserleitung Wasser über Santeglias und Bargons hinaus in die Cuolms dado nach Flida (1680 m); er hiess Dutg da Flida. Seit ca, 1950 nicht mehr benutzt und unterhalten, verfiel er wegen der Terrainveränderungen für die touristischen Anlagen und wegen des ungewehrten Weidgangs des Viehs.

Unterer Graben: Der untere Graben an der Flemfassung bei ca.1840 m, d.h. der Hauptgraben von Spalegna, verfügte noch über einen zeitweiligen Zufuss aus einer natürlichen Quelle am Hang der Val Margieuna bei ca. 1820 m.

Kurz zuvor zweigte von ihm ein Graben nach Osten ab, der parallel zum Dutg da Flida Wasser zu den Cuolms dado nach Prau Gion Flisch, Crap la Foppa und Talansaus leitete: das war der Dutg da Talansaus (1470 m).

Hauptgraben von Spaligna: Der Hauptgraben von Spaligna gab knapp östlich Punt Desch, bei 1750 m, einen Teil seines Wassers nach Süden in ein Tobel ab, wo es zur Bewässerung des Hanges von Desch und Startgels diente und wo noch mannigfache Spuren kleinerer Gräben feststellbar sind.

Der Verlauf des Spaligna-Grabens hinunter nach Battaleins (1660 m) und Steina (1580 m) ist gekennzeichnet durch dichte Gebüschpartien, die den Graben streckenweise stark überwuchern und den Wasserlauf behindern und schmälern. Die anliegenden schönen Wiesenareale der Cuolms dadens erzielten zur Zeit der aktiven Bewässerung zweifellos höhere Heuerträge als heute.

Bemerkungen Bundi: Dem Uaul Steina entlang führt der Graben mit starkem Gefälle zum Teil über Felsplateaus oder über sumpfige Stellen und zum Teil durch Röhren hinunter zum Rüfeneinschnitt bei 1540 m, dessen Schutt er in unterirdischer Leitung durchquert; dann windet er sich durch den abschüssigen und teils felsigen Hang des Uaul Steina, streckenweise mittels Röhren verschiedener Grösse und Qualität verbunden, hinaus nach Foppas, wo er bei ca. 1470 m den Bergweg unterquert und in die Foppawiesen mündet.

Hier bewässerte er bis etwa 1970 noch die Bergwiesen von Foppa und Spaligna. Heute versickert der kleine Wasserrest dieses Grabens fast unbemerkt auf der Quote von ca. 1340 m. Der Spaligna-Graben wird, obwohl nicht mehr wirtschaftlich genutzt, von einigen Grundstück- und Ferienhausbesitzern in Foppas aus Idealismus notdürfüg erhalten.
16 Dutg dad Auas SparsasDie Auas Sparsas - Suone

Vier Suonen links vom Flem bewässerten das alte Flimser Kulturland. Die «Dutg dad Auas Sparsas» dürfte als vierte gebaut worden sein.

Ausgangspunkt der Suone: Flem. Wasserfassung ca. 200 m unterhalb Punt la Reisga (960 m) Man leitete das Wasser zunächst in ein grosses Becken, das mit zwei Schleusen versehen war. Mit diesen konnte die Wasserzufuhr in die Suone reguliert werden.

Verlauf der Suone: links des Flembaches verlaufend. etwa 1 km lang. wurde erst etwa 1880 erstellt. Der mit Halbbetonrohren belegte Graben führte dann durch Marcau und die Val Vallarca östlich der Kapellruine St, Luzi in das ehemals Bauersche Gut von Auas Sparsas. Am Tobelhang war er teils durch aufgehängte Holzkännel verbunden. Ein Plan des Bauerschen Gutes «Felsbach» von 1881 veranschaulicht die Feinverteilung des Wassers.

Zielgebiet der Suone: Dass im Zielgebiet Wässerung nötig war, ist kaum zu verstehen, nachdem in Auas Sparsas (zerstreuten Wassern) reichlich Wasser anfällt; allerdings ist das nur im unteren Teil dieser Flur der Fall, während der obere östliche Teil trocken ist.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
17 Dutgs ord Val Turnigla/Fidaz:

a) Dutg da Bargis

b) Dutg sura

c) Dutg da miez

d) Dutg sut
Dutgs ord Val Turnigla/Fidaz (Dutg da Bargis, Dutg sura, Dutg da miez, Dutg sut)

Gemäss Bundi gab es auf dem Gemeindeterritorium von Flims einen dritten Bewässerungsrayon im Gebiet von Fidaz, Dieses Terrassenareal, das ergänzend im Spätmittelalter durch aus Vals zugezogene Walser besiedelt wurde, besass nachweislich zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein eigenes Bewässerungssystem. Um 1538 ist «auf den Höfen» eine Wiese bezeugt mit «wasser und wasserleytin». Insgesamt entstanden hier vier Haupt-Suonen, die alle ihr Wasser aus der Val Turnigla (Bargisbach) im Westen von Fidaz bezogen.

A: Dutg da Bargis
Oberste der vier Suonen. Von den vier Suonen ist diese Suone die mit den deutlichsten Überresten. Sie ist wohl auch die älteste. Sie bewässterte — soweit die These ihres Verlaufes stimmt — die Kulturzone von Fidaz schon im Frühmittelalter.

- Ausgangspunkt der Suone: Um das Zielgebiet nördlich Fidaz zu erreichen, soll sie hinten im Bargistal bei «La Schnecca» - Pleun Davos ihren Ursprung gehabt haben.

- Verlauf der Suone: Sie musste von der Wasserfasssung weg den Felsen entlang mit einem möglichst geringen Gefälle und deshalb streckenweise über aulgehängte Holzkännelleitungen zum Bargistal-Ausgang geführt werden, damit sie dort die Geländeerhöhung von 1552 m erreichte und danach westlich durch den Wald «Fieu Grond» nach Fidaz geleitet werden konnte. Möglicherweise handelte es sich bei dieser Suone um eine kühne Anlage der Frühzeit.

- Fixpunkte der Suone: Bargistal-Ausgang, Geländeerhöhung von 1552 m.

- Zielgebiet der Suone: Wiesen von Saledis nördlich Fidaz; Höhenlage von ca. 1300 m

B und C: Dutg sura und Dutg da miez
Von diesen zwischen den Suonen A und B parallel verlaufenden Suonen sınd nur mehr wenige Spuren zu finden; sie sind seit längerer Zeit aufgelassen und durch den Felssturz von 1939 auf weiten Teilen zerstört worden.

D: Dutg sut
Unterste und auch jüngste Suone. Wurde 1618 von Claus Thentz, Hans Marti, Valantin Parly, Paul Cangina und Jeli Parly errichtet, wie aus einer Vereinbarung der fünf Genossen hervorgeht «von wegen des wassers grabens, so wier uss graben habent uss dem tobel so uss Bargis uss flüsst, ouch hinder Berlmundt abflüsst».

- Ausgangspunkt der Suone: Die Fassung mit Holzkänneln befand sich am Wildbach Turnigla hinter dem Burghügel Belmont.

- Verlauf der Suone: Spuren des Grabens sind im Gelände teilweise noch gut sichtbar.


Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
18 Dutg da PintrunDie Pintrun-Suone

Ausgangspunkt der Suone: Flem. Die Wasserfassung lag auf ca. 950 m südlich der Val Vallorca.

Verlauf der Suone: Von der Wasserfassung aus floss das Wasser Östlich nach Caschligna dado und dann südlich an Cresta und Rusnas vorbei in den oberen Bereich von Pintrun (880 m) und nach Er Davos und Ransun (800 m). Das war die längste Trinser Suone (ca. 4 km). An Ihr hatten Trinser Grundbesitzer im Rahmen einer genossenschaftlichen Ordnung Rechte und Pflichten. Noch bis in die ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts erbrachten die Teilhaber jeden Frühling eine Tagleistung zur Ausbesserung der Suone und Instandstellung der Wasserfassung. Obwohl nicht mehr gut unterhalten, führte die Suone noch bis etwa 1970 Wasser; heute sie er aufgelassen. Die Wiederinbetriebstellung dieser Suone— neben den Flimser Conn-, Runca- und Spaligna-Suonen — wäre von Vorteil für das Leben des Wildes und die biologische Vielfalt, aber auch eine Bereicherung der Merkmale einer geschichtsträchtigen Kulturlandschaft.

Zielgebiete der Suone:
Die tiefergelegenen Felder in Trin-Mulin, die rechts der Val Turnigla liegen und vom Wasser derselben nicht erreicht werden konnten. Um die Siedlung Pintrun sowie die abgelegenen und trockenen Rodungsinseln Er Davos und Ransun zu erreichen, musste der Flem auf Flimser Territorium angezapft werden.

Weitere Suonen / Gräben
Parallel zum Dutg da Pintrun verliefen weitere Gräben, die ihr Wasser dem Flem entnahmen: Je einer nach Laghizun und Las Sorts. Je zwei weitere Gräben führten Wasser aus dem Flem aus der Nähe des Crestasees und leiteten es in die Wiesen von Suraua sura und Suraua sut, wo noch die Flurbezeichnung «Sut canals» an das einstige Wässern erinnert.

Die Areale westlich Trin-Mulin, nämlich Ruegna und Nigluz, wurden ebenfalls mit Wasser aus dem Flem bewässert. Eine letzte kunstvolle Anlage wurde noch um 1905 von Risch Corai, dem bekannten Trinser Brückenbauer, für die Grundbesitzer von Nigluz erstellt. Unterhalb des Wasserfalles des Crestasees baute Corai eine moderne Wasserfassung, von wo aus er das Wasser teils entlang des anstehenden Felsens, teils in einer gemauer- ten Grabenfassung und teils mittels Holzkänneln oder Teucheln in das Wiesengelände von Nigluz und von dort über den Bach Aualva hinüber nach Ruegna führte.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
19 Dutg da Crap uearaDie Crap ueara - Suonen

Ausgangspunkt der Suonen: Quelle der Val Turnigla

Verlauf der Suonen: Aufgehängte Holzkännel-Leitungen am Crap Ueara.

Zielgebiete der Suonen:
Dorfteile von Trin und Digg.

Nutzung des Wassers:

Anmerkungen Bundi: Die Gemeinde Trin liegt teils auf den Schuttmassen des prähistorischen Flimser Bergsturzes, teils ausserhalb derselben. Auf diesem Territorium finden sich zahlreiche Flüsse und Quellen. Jedoch gilt hier das gleiche wie bei Flims: Viele Quellen versickern sogleich wieder im kalkigen Boden, mehrere Flüsse führen nur während kurzer Zeit im Frühjahr Wasser, So sind der Maliens-Bach (Val schetga) östlich und die Val Trimosa westlich von Trin zumeist trocken. Konstant reichlich Wasser führen nur die Val Turnigla nördlich Trin-Mulin mitsamt einer Quelle an ihrem unteren Rand und der Flembach. So musste seit jeher für Mensch und Vieh und für diverse Fluren das Wasser über Leitungen herangeführt werden.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
20 Dutg da Quadris e DabiDie Quadris- und Dabi-Suone
Einen dritten Bewässerungsbereich bildeten die Feldareale von Quadris und Dabi südlich des Dorfes Trin. Hier verwendete man die verschiedenen Dorfabwässer (Gassen- und Brunnenabwässer), die zunächst in die Val Pardi und dann in verschiedene Neben- und Feingräben weitergeleitet wurden.

Zielgebiet der Suone: Feldareale von Quadris und Dabi südlich des Dorfes Trin

Nutzung des Wassers: Es ist davon auszugehen, dass es sich im Gelände von Quadris und Dabi vorwiegend um eine Ackerbewässerung handelte.

In einem Wasserrodel von 1660 hiess das Wasser der Val Pardi «Aua da Quadris da sut Baselga». An dieser Nutzung waren zehn Personenkreise oder Parteien (Lose) mit insgesamt 60 Grundbesitzern beteiligt; den zehn Parteien oder Losen stand je ein Mann als Haupt («Chiau») vor. Diese Genossenschafter nutzten das Wasser vom Montag bis Freitag, jedes Los während eines Tages, alle zehn Lose also einmal in zwei Wochen.

Innerhalb des einzelnen Loses, das je zwischen drei bis neun Grundbesitzer umfasste, oblag die Verteilung des Wassers den einzelnen Genossenschaftern, und zwar im Verhältnis des Flächenmasses ihrer Äcker oder Wiesen. Die Ausdehnung derselben varlierte zwischen 1 Mal («tschavera», ca. 12 Aren) und 12 Mal; innerhalb eines Loses schwankte das Ausmass zwischen 18 und 24 Mal.

So traf es im Durchschnitt ungefähr eine Stunde Bewässerung innerhalb von zwei Wochen für einen Acker von 12 Aren. Die Angaben in Mal weisen auf Ackerland hin; so ist davon auszugehen, dass es sich im Gelände von Quadris und Dabi vorwiegend um eine Ackerbewässerung handelte.

Der Wasserrodel von 1660 enthält noch den Hinweis, dass die «Aua da Quadris» am Samstag und Sonntag nach Dabi gehe. Damit ist angedeutet, dass das tiefer gelegene Ackergelände von Dabi einem anderen Rodsystem unterstellt war, in welches die dortigen Grundbesitzer vermutlich ähnlich wie die von Quadris mit einer speziellen Wasserordnung eingebunden waren.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
21 Dutgs ord igl Uogn (Val Lavoi)Suonen aus dem Uogn (Val Lavoi)

Ausgangspunkt der Suonen: Uogn-Bach im Lavoi-Tobel. Das Wasser des Baches galt zwar nicht als hervorragend, da es kalt und zu kalkhaltig war und damit leicht zu Inkrustationen der Erdoberfläche führte; trotzdem, der Wassermangel zwang zur Nutzung.

Verlauf der Suonen: Vier parallel verlaufende Suonen. Im steilen und steinigen Gelände des rechten Lavoitobel-Hanges war die Führung der Wasserleitungen sehr anspruchsvoll. Das Wasser konnte hier über weite Strecken nur mittels Holzkanälen herausgeführt werden.

Zielgebiet der Suonen:
Das trockene Wiesengelände der Aclas von Trin im östlichen Gemeindebereich links der Val Maliens. Dieses wurde bis Mitte des 20. Jahrhunderts systematisch bewässert. Es diente dann der Bewässerung der Maiensässe Munt sura, Rumbec, Munt sut und Mundadiras, einer Geländekammer auf der Höhenstufe zwischen etwa 1260 m bis 860 m,

Im Jahre 1560 erteilte Tamins dem Hans Conrad, sesshaft zu Trin, die Erlaubnis, eine Wasserleitung aus dem Lavoi-Tobel zu seinem Gut «Palunen Unterberg» (heute «Berg», ca. 1050 m) zu errichten unter der Bedingung, dass dadurch die Wasserleitung der Nachbarn von Tamins keinen Schaden erleide und dass bei trockener Witterung den Taminsern alles Wasser zu überlassen sei.

Auch in Tamins diente der Uogn-Bach — nebst dem Dorfbach und Wasserläufen auf Kunkels — den Bauern zur Wässerung ihrer Fluren. Der aus dieser Gemeinde stammende bekannte Theologe und Sozialreformer Leonhard Ragaz erinnerte sich in seiner Biographie «Mein Weg» lebhaft der Bedeutung der Bewässerung: «Die verschiedenen Wasserleitungen hatten auch ihre eigenen Namen, je nach der Herkunft oder Hinkunft: das Unteralpwasser, das Bergwasser, das Malienserwasser, das Girschwasser und so fort. Sie bedeuteten eine Lebensader für das Dorf (...)»

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.
Bundi WeitereDieser Kartenlayer enthält Suonen / Bewässerungskanäle, die Martin Bundi in seiner Kartierung eingetragen hat, denen jedoch keine eindeutigen Text-Informationen zugewiesen werden können.
-Die Alp Mora - Suone

Bundi erwähnt die Suone in seiner Publikation, hat sie jedoch nicht in seiner Karte eingetragen. Deshalb gibt es für sie auch keinen Kartenlayer.

Ausgangspunkt der Suone: unter dem Crap mats

Verlauf der Suone: Vor dem Bau einer modernen Wasserleitung 1912 wurde das Wasser unter dem Crap mats gefasst und in langen Holzkanalleitungen im steilen Felsgelände rechts des Maliens-Baches hinunter und dann in westlicher Richtung zu diversen Viehtränken, $tafeln und Fluren geleitet. Diese Leitung erforderte ständig neue Holzkanäle. Aus den Trinser Dorfstatuten von 1778 geht hervor, dass es sich um ausgehöhlte Föhrenstämme handelte.

Zielgebiet der Suone: Alpgelände der Alp Mora (1901/1943 m) nördlich des Dorfes Trin. Das Alpgelände ist gemäss Bundi von jeher wegen seiner Trockenheit und seinem Mangel an Quellen bekannt.

Nutzung des Wassers: Auf den Alpstafeln diente es vor allem als Tränke für das Vieh, für den Betrieb in der Käsehütte, zur Auswaschung des Stafels und zur Bewässerung der unterliegenden Weiden.

Quelle: Martin Bundi: Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet. Chur 2000.

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Suonen bekanntIn diesem Layer habe ich eingetragen:

a) Suonen, welche in den aktuellen swisstopo-Karten eingetragen sind

b) Suonen, welche in älteren swisstopo-Karten eingetragen sind, beispielsweise hier:
von Salein über Berghaus Foppa bis westlich Spaligna
vom Flem über Caschligna nach Pintrun / Ransun

c) Suonen, welche im Rahmen des Projekts «Revitalisierung Wassergräben ils Dutgs» revitalisiert werden:
- Dutg da Flida
- Dutg da Spaligna
- Dutg da Muletg-Runca
- Dutg da Caschligna
- Dutg da Fidaz
Suonen vermutetIn diesem Layer habe ich lineare Elemente eingetragen, welche nach meiner Meinung Suonen sein könnten. Unter anderem:

- eine Suone auf dem Flimserstein
- eine Suone, welche von Laax ins Zielgebiet Tuora führt
- Suonen, welche Wasser aus dem Val Turnigla zur Lokalität Luiesta (westlich von Trin-Mulin) führen

Mehrere dieser vermuteten Suonen scheinen Suonen zu sein, die Martin Bundi in seiner Publikation "Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet" beschreibt.
Bewässerungssysteme vermutetDiese Kartierung basiert auf Erfahrungen, welche ich in Zusammenhang mit der Kartierung von Bewässerungssystemen im Wallis gemacht habe.

Hervorzuheben sind:
- Bewässerungssysteme südlich und westlich Ustria Naraus sowie im Raum Foppa-Spaligna, welche in direktem Zusammenhang stehen mit Suonen, welche ihnen Wasser vom Flem her zuführt
- Bewässerungssysteme im Raum Planezzas Sura, Foppas und Tuora, welche ihr Wasser aus einer (vermuteten) Suone beziehen, die das Wasser von Laax her zuführt
- Bewässerungssysteme am Südrand des Flimsersteins
- ein grösseres Bewässerungssystem südlich von Trin
- ein hochkomplexes, einzigartiges Bewässerungssystem nördlich und nordwestlich von Trin Mulin
- Bewässerungssysteme östlich von Trin, welche ihr Wasser über (vermutete) Suonen aus dem Lavoibach bezogen

Dieser Kartenlayer enthält mit grosser Wahrscheinlichkeit lineare Elemente, welche in die Kartenlayer «Suonen vermutet» oder «Wege Mensch / Vieh» gehören.
GeoGR QuellenGefasste und ungefasste Quellen, welche in der GeoGR-Karte Grundwasserfassungen und Quellen eingetragen sind.

Frage: Wurde eine oder mehrere dieser Quellen früher zu Bewässerungszwecken genutzt?
Wasseraustritte QuellenWasseraustritte / Quellen, welche auf Luftaufnahmen erkennbar sind. Hervorzuheben sind unzählige Wasseraustritte in den Felswänden des Flimsersteins.

Fragen: Wurden gewisse dieser kartierten Wasseraustritte früher zu Bewässerungszwecken gefasst und genutzt? Gab es wie in Trin auch am Flimserstein Suonen, welche in die Felswände montiert waren?
Stehende GewässerSeen, Tümpel, verlandet oder nicht verlandet. Kartierung innerhalb der Kartierungsgrenze willkürlich und nicht vollständig.

Frage: gibt es im Kartierungsgebiet Seen / Tümpel, welche einst für Bewässerungzwecke angezapft wurden?
Natürliche Wasserläufe- Wasserläufe, welche heute wasserführend sind
- Wasserläufe, welche in der Vergangenheit sicher oder möglicherweise wasserführend waren

Frage: welche der kartierten Wasserläufe wurden früher zu Bewässerungszwecken angezapft?
Wege Mensch / ViehIn ALTI3D ist eine sehr grosse Anzahl von linearen Elementen sichtbar, welche in den topographischen Karten der swisstopo nicht eingetragen sind – insbesondere in bewaldeten Gebieten.

In diesem Kartenlayer sind lineare Elemente erfasst, welche mit grosser Wahrscheinlichkeit man made bzw. animal made sind. Die Erfassung dieser linearen Elemente ist willkürlich und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

Der aktuelle Stand dieser Kartierung zeigt,
- dass anscheinend vor allem die Wälder als Korridore genutzt wurden, um mit dem Kleinvieh in die Alpen zu ziehen;
- dass am Flimserstein steile bis sehr steile Felspartien genutzt wurden, um auf direktem Weg in die Alpen zu gelangen.

Dieser Kartenlayer enthält mit grosser Wahrscheinlichkeit lineare Elemente, welche in die Kartenlayer «Suonen vermutet» oder «Bewässerungssysteme vermutet» gehören.

Klassische Viehgangeln zeigen sich im Untersuchungsgebiet östlich der Ustria Naraus auf besonders eindrückliche Art und Weise (Luftaufnahme / Alti3D)
ObjekteUnter dem Begriff «Objekte» verstehe ich Überreste von Bauwerken, Pferchen, Weidemauern sowie weiteren, nicht identifizierbaren man-made-Strukturen. In diesem Sinne sind die Objekte gleichbedeutend mit Wüstungen.

In diesem Sinne sind auch nicht mehr verwendete Bewässerungssysteme sowie Objekte, welche mit diesen in Zusammenhang stehen, als Wüstungen zu verstehen.

Strukturen, die offensichtlich in Zusammenhang stehen mit …
- Wintertourismus (Skipisten, Skilift-Trassees, Strassen …)
- Schutz vor Naturgefahren (Lawinen-Auffangdämme, Lawinenverbauungen, Erddämme …)
- Kraftwerken (Wasserfassungen, Staumauern, Strassen …)
Armee-Einrichtungen
… habe ich nicht kartiert.

Frage: Gibt es Objekte, welche einst in mittelbarem / unmittelbarem Zusammenhang mit Bewässerungsaktivitäten standen?
Flimserstein RutschgebietGebiet an der Front des Flimsersteins, in welchem Rutsch- / Sackungsbewegungen stattfinden / stattfanden.

Frage: Wurde Wasser, das aus diesem Rutschgebiet austritt / austrat, früher gesammelt und südlich des Rutschgebietes für Bewässerungszwecke genutzt?
Felssturz FidazAblagerungen des Felssturz-Ereignisses Fidaz, 1939

Fragen: Hatte der Felssturz Auswirkungen auf die Bewässerung im Raum Fidaz – Trin Mulin? Ist es möglich, dass er eine alte Suone unter sich begrub, welche aus dem Raum Bargis in den Raum Fidaz führte?

Gemäss Ausführungen von Martin Bundi in seiner Publikation "Die Geschichte der Flurbewässerung im rätischen Alpengebiet" ist diese Frage grundsätzlich zu bejahen.
Trin Mulin Bachschutt-KegelIn ALTI3D ist ein Bachschutt-Kegel südlich der Lokalität Luiesta Sut erkennbar. Er scheint relativ jung zu sein, da seine Ablagerungen von der Landwirtschaft nur teilweise getilgt / überprägt wurden.

Fragen: Wie entststand dieser Bachschuttkegel? Führte der Bach, der durch den Uaul da Canals nach Süden fliesst, einst so viel Wasser, dass er den Bachschutt-Kegel allmählich anhäufte? Wenn ja – wurde die Lokalität Luiesta früher mit Wasser aus diesem Bach bewässert? Oder ist der Kegel das Ergebnis eines einzelnen Murgang-Ereignisses?

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Johann Clopath hat zu den Bewässerungsanlagen der Gemeinde Trin vom Mittelalter bis im 20. Jahrhundert eine Publikation verfasst (mit Ausklapper). In meinem aktuelle Stand der Kartierung sind die Suonen, welche Johann Clopath beschreibt, skizzenhaft eingetragen. Im Rahmen eines weiteren Vorgehens wird es darum gehen, meine Kartierung mit dieser Publikation abzustimmen.

Diese Präsentation von Christian Malär vermittelt Impressionen zur Instandstellung eines Bewässerungsgrabens im der Obstanlage Runcal – Quadris zwischen Trin und Digg.

Diese Präsentation von Guido Casty geht auf die Revitalisierung von Suonen (Dutgs) auf dem Gebiet der Gemeinde Flims ein. Es gibt eine sehr detailierte und präzise Karte mit den fünf Suonen, die revitalisiert werden. Diese Kartierung konnte ich bis anhin leider nicht in den aktuellen Stand meiner Kartierung integrieren.

Information der Gemeinde Flims zur Revitalisierung Flimser Wassergräben (Dutgs)

Webseite der Gemeinde Flims: Ils Dutgs – Wassergräben mit Geschichte und Zukunft