Champ Long VS

Kartierung von Suonen und Bewässerungssystemen auf der westlichen Talseite des Val d’Entremont zwischen Palasuit (Liddes) und dem Col du Grand-Saint-Bernard (Grosser St. Bernhard-Pass).

Link zur online-Karte: https://qgiscloud.com/sal/2026-07-08_-_Weidmann_Kartierung_Champ_Long_VS/

Meine Kartierung verstehe ich als Einstieg in die Erforschung der Suonen und Bewässerungssysteme auf der westlichen Talseite des des Val d’Entremont zwischen Palasuit (Liddes) und dem Col du Grand-Saint-Bernard (Grosser St. Bernhard-Pass).

Die Wahl auf dieses Kartierungsgebietes fiel,

  • weil es bedeutende Bewässerungssysteme enthält;
  • weil es grösstenteils oberhalb der Waldgrenze liegt.

Ich möchte mit dieser Version 1.0 der Kartierung versuchen, so viel wie möglich zusammenzutragen, was innerhalb der Kartierungsgrenze mit dem Thema Bewässerung zu tun hat oder zu tun haben könnte. Gleichzeitig möchte ich einladen, an zukünftigen Versionen dieser Kartierung mitzuarbeiten.

Folgende Aspekte / Fragen stehen im Vordergrund:

  • Wo gibt es / wo gab es früher natürliche Wasserläufe, Wasseraustritte, Quellen, Seen, die sich dafür eignen / eigneten, Wasser für Bewässerungszwecke zu nutzen?
  • Wo gibt es / wo gab es früher Suonen, die eingerichtet wurden, um Wasser von einem bestimmten Punkt A zu einem bestimmten Punkt B zu bringen?
  • Wo gibt es / wo gab es früher lokale Bewässerungssysteme, die dazu dienten, landwirtschaftlich genutzte Flächen zu bewässern?

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KartierungsgebietWestliche / linke Talflanke des Val d’Entremont zwischen Palasuit (Liddes) und dem Col du Grand-Saint-Bernard (Grosser St. Bernhard-Pass).

Ich bezeichne das Kartierungsgebiet mit dem Begriff «Champ Long». «Champ Long» selbst ist eine Lokalität, ein Gebiet innerhalb des Kartierungsgebietes, in welchem besonders eindrückliche Bewässerungssysteme vorkommen.
Kartierungsgebiet und GemeindegrenzenDas kartierte Gebiet gehört zu den Gemeinden Bourg-Saint-Pierre und Liddes.
Fläche des kartierten
Gebietes
rund 36 km2

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  • Ein Klick auf das Symbol mit dem Haus (Home) bewirkt, dass die Ansicht auf das gesamte kartierte Gebiet zoomt.
  • Mit den sechs runden Buttons auf der rechten Seite der Karte können Ansichten gewählt und verändert werden.
  • Ein Klick auf den obersten Button zeigt die Kartierungsebenen an. Diese Ebenen können mittels Häkchen in den Kästchen aktiviert / deaktiviert werden.
  • Mit einem Klick auf den untersten Button werden sechs verschiedene Hintergrund-Ebenen angezeigt. Von diesen kann jeweils eine aktiviert werden.

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Verschiedene in diesem Kapitel verwendeten Begriffe werden hier erläutert.

Champ Long Wasseraustritte / QuellenEs wurden Wasseraustritte / Quellen kartiert, die auf der Luftaufnahme erkennbar sind. Die Kartierung ist nicht vollständig.

Frage: Welche Rolle spielten diese Wasseraustritte früher? Wurden gewisse von ihnen gefasst, zu Bewässerungszwecken genutzt? Stehen die kartierten Wasseraustritte / Quellen in einem Zusammenhang mit den kartierten Bewässerungssystemen?
Champ Long Natürliche
Wasserläufe
Kartiert wurden
Wasserläufe, welche heute wasserführend sind;
Wasserläufe, welche in der Vergangenheit sicher oder mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wasserführend waren;
Natürliche Geländeformen, in denen fliessendes Wasser kanalisiert wird.

Frage: welche der kartierten Wasserläufe wurden früher zu Bewässerungszwecken angezapft? Welche führten nur während gewissen Jahreszeiten Wasser?
Champ Long Stehende
Gewässer
Seen, Tümpel, Sümpfe, verlandet oder nicht verlandet.

Frage: gibt es im Kartierungsgebiet Seen / Tümpel,
- welche einst für Bewässerungszwecke angezapft wurden?
- welche im Rahmen der Bewässerung die Funktion eines Speicherbeckens / Ausgleichsbeckens hatten?
Champ Long SuonenIn diesem Layer habe ich kartiert:
- Suonen, welche in den aktuellen swisstopo-Karten eingetragen sind
- Suonen, welche in älteren swisstopo-Karten eingetragen sind
- Suonen, die im Inventar von Johannes Gerber eingetragen sind (teilweise öffentlich zugänglich auf www.suonen.ch)

Im weiteren habe ich lineare Elemente eingetragen, welche nach meiner Meinung Suonen sein könnten.

Kartierte Gesamtlänge: rund 18 km
Champ Long BewässerungssystemeDie Kartierung dieser Bewässerungssysteme basiert auf:
- dem swisstopo-Höhenmodell «swissALTI3D monodirektional»
- den swisstopo-Luft- bzw. Satellitenbildern SWISSIMAGE.
 
Generell können im Kartierungsgebiet folgende acht Bewässerungs-Einheiten definiert werden:
·  Bewässerungssysteme im Raum «La Niord» (Cne de Liddes)
·  Bewässerungssysteme im Raum Champ Long – Gîte de Champlong – Les Arpalles
·  Bewässerungssysteme im Raum Crêt Dedans
·  Bewässerungssysteme im Raum L‘Emenne
·  Bewässerungssysteme im Raum Le Crêt – La Lette
·  Bewässerungssysteme im Raum Pirrabecca - Fournoutse
·  Bewässerung zwischen Les Planards und Pirrabecca
·  Bewässerungssysteme im Raum La Pierre – Le Plan de Sale

Kartierte Gesamtlänge: ca. 63 km
Champ Long Lokale
natürliche Wasserläufe
Südlich der Lokalität Champ Long / westlich des grossen Stalles bei Punkt 2133 gibt es im Frontbereich von Blockgletschern eine grosse Zahl von Wasseraustritten. Das Wasser fliesst der Topographie ent-sprechend in Richtung NNE. In diesem Zusammenhang hat es über längere Zeit hinweg Gräben in den Untergrund eingetieft. Diese habe ich mit dieser Kartenebene erfasst.
Champ Long Lokaler KanalIm Gelände ist neben den obgenannten natürlich entstandenen Kanalsystemen ein ähnlich breiter und tiefer Kanal erkennbar, der in ENE-Richtung verläuft. Dieser Kanal schneidet die natürlich entstandenen Kanalsysteme und verläuft schräg zur Fallrichtung.
Dieser Kanal ist mit grosser Wahrscheinlichkeit zu Bewässerungszwecken erstellt worden.

In diesem Sinne fasst er das aus den Blockgletschern austretende Wasser und führt es in Richtung ENE bis zur Geländekante, wo es in das Bewässerungssystem eingespiesen wird.
Champ Long Lokale RutschungBei dieser Kartierung geht es um ein Gebiet westlich der Lokalität Champ Long, in welchem einst Rutschungs- / Sackungsbewegungen stattfanden. Möglicherweise ist dieses Gebiet noch heute in Bewegung. Im kantonalen Inventar der aktiven Rutschgebiete ist es nicht jedoch nicht eingetragen.

Fragen:
- Hatten die Geländebewegungen früher einen Einfluss auf Suonen, welche das Rutschgebiet traversieren? Gibt es Anzeichen dafür, dass Suonen repariert werden mussten / auf höherem Niveau neu erstellt werden mussten?
- Kam es an der Front der Rutschung / Sackung einst zu einem Verschieben des Bergbaches Torrent des Arpalles in Richtung Süden? Hatte die Rutschung / Sackung Auswirkungen auf die Bewässerung im Raum Champ Long (Wasserentnahme aus dem Bergbach)?
Champ Long Wege Mensch ViehIn diesem Kartenlayer sind Wege erfasst, die man made bzw. animal made sind. Die Erfassung / Kartierung dieser Wege ist willkürlich und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Sie wurde insbesondere in Gebieten durchgeführt, wo es sowohl Suonen und Bewässerungskanäle als auch Wege gibt.

Der aktuelle Stand dieser Kartierung zeigt, dass die Suonen / Bewässerungskanäle vielerorts von Viehwegen überprägt wurden (z.B. im Raum Champ Long). Da die Kanäle im Gegensatz zu den Viehwegen ein leichtes Gefälle aufweisen, können sie mit Hilfe von ALTI3D in vielen Fällen trotzdem kartiert werden.

Fragen:
- Welche der als Suonen / Bewässerungskanäle kartierten linearen Elemente sind in Wirklichkeit Wege? Welche der als Wege kartierten linearen Elemente sind in Wirklichkeit Abschnitte von Suonen / Bewässerungskanäle?

- Welche der von swisstopo als Wanderwege kartierten linearen Elemente waren ursprünglich Suonen / Bewässerungskanäle, und wurden – da sie nicht mehr genutzt wurden – in (Wander-) Wege umfunktioniert?
Champ Long Anthrazit-Bergbau

zur Lokalität
«Des filons ou lentilles d'anthracite ont été prospectés et probablement exploités artisanalement au 19e siècle, à environ 1 km à l'ouest de la cabane de la Parreire (anciennement Perreire ou Parayre). Les coordonnées indiquées sont approximatives du secteur.
En 1902 des haldes et l'entrée d'une galerie effondrée étaient encore visibles, sur la rive gauche du torrent descendant du lac des Planards (actuel lac du Dragon ?).»

Quelle: Rohstoffinformationssystem (RIS)

Weiterführende Literatur: Wehrli L., 1925: Das produktive Karbon der Schweizeralpen; 1. Teil: Übersicht und Geschichte des Bergbaus, Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, 11. Lieferung. download

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Im Rahmen des Projekts «Champ Long» kartiere ich auch die nachfolgenden drei Themen. Aus verschiedenen Gründen publiziere ich diese Kartenlayer jedoch nicht in dieser öffentlich einsehbaren Karten-Version 2026-07-08 - Weidmann_Kartierung_Champ_Long_VS.

Champ Long ObjekteUnter dem Begriff «Objekte» verstehe ich Überreste von Bauwerken, Pferchen, Weidemauern sowie weiteren, nicht identifizierbaren man-made-Strukturen, die in Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Tätigkeiten stehen (Wüstungen).

In diesem Sinne bezeichne ich auch Objekte, welche mit nicht mehr genutzten Suonen oder Bewässerungssystemen in Zusammenhang stehen (Speicherbecken, gemauerte Trassees von Suonen, usw.), als Wüstungen.

Frage: Wo gibt es im Kartierungsgebiet Champ Long Objekte / Wüstungen, die in Zusammenhang mit Suonen und Bewässerungssystemen stehen?
Champ Long Lesesteine
Flächen
Als Lesestein-Strukturen bezeichne ich
- Lesestein-Haufen
- Lesestein-Wälle
- andere Formen von Lesestein-Anhäufungen.

Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie anthropogen sind.

Die hochauflösenden Satellitenaufnahmen ermöglichen das Kartieren von Lesestein-Strukturen. ALTI3D ermöglicht es, Lesestein-Strukturen, die auf der Satellitenaufnahme nicht oder nur undeutlich erkennbar sind, aufgrund bestimmter Muster / Konturen zu identifizieren.

Die detaillierte Kartierung von Lesestein-Strukturen ist nach meiner Meinung von grosser Bedeutung.
- Unter Lesestein-Strukturen können sich die Reste von man-made-Objekten verbergen (insbes. Gebäude).
- Die Strukturen können in Zusammenhang stehen mit Aufräumarbeiten nach Naturereignissen (Lawinen, Murgänge, Hangmuren). In diesem Falle sind sie konkretes Zeugnis eines lokalen Ereignisses.
- Die Lesesteinhaufen sind Ausdrucksformen menschlicher Aktivität im Gebirge. Ihre Präsenz schafft eine aussergewöhnliche Form von Kulturlandschaft.

Frage: Wo gibt es im Kartierungsgebiet Champ Long Lesesteine-Flächen, die in Zusammenhang stehen mit ehemaligen Suonen und Bewässerungssystemen?
Champ Long Wanderblöcke«Wanderblöcke sind grössere Blöcke, die an der Stirnseite einen Stauchwulst, an der Rückseite eine Hohlform (Auswanderungsnische oder länger gestreckte Gleitbahn) aufweisen (…).» Quelle: Werner Schwarz-Zanetti: Wanderblöcke im Gebiet der Bergünerstöcke (Kt. Graubünden / Schweiz). Geographica Helvetica 1983 - Nr. 3

Mit der Kartierung von Wanderblöcken begann ich vor Jahren, weil ich dachte, es seie wichtig, die auffällige Gleitbahn / Furche, welche die Wanderblöcke ziehen, als «nicht-anthropogen» festzuhalten. Mittlerweile habe ich in Graubünden und im Wallis mehr als 17‘000 Wanderblöcke kartiert. Möglicherweise wird meine Kartierung ab 2027 wissenschaftlich ausgewertet.