Das «Höhenmodell swissALTI3D monodirektional»

Das Höhenmodell swissALTI3D monodirektional der swisstopo ist ein digitales Höhenmodell / Oberflächenmodell. Es beschreibt die Oberfläche der Schweiz ohne Bewuchs und Bebauung. In meinen Ausführungen bezeichne ich das «Höhenmodell swissALTI3D monodirektional» vereinfachend mit «ALTI3D».

Zur Detailbeschreibung der swisstopo

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Orthophotomosaik SWISSIMAGE.
© swisstopo
Landeskarten (farbig,
Massstäbe 1:10000; 1:25‘000).
© swisstopo
swissALTI3D monodirektional.
© swisstopo

Luftaufnahme und ALTI3D kombinieren sich auf ideale Art und Weise. ALTI3D zeigt ein sehr detailiertes Relief, das auf der Luftaufnahme nicht sichtbar ist.

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ALTI3D eignet sich ausgezeichet, um im Gelände dreidimensionale Elemente zu kartieren, die auf einer Luftaufnahme

  • zu flach sind, um durch Schattenwurf erkennbar zu sein;
  • farblich zu unauffällig sind, um erkennbar zu sein;
  • nicht erkennbar sind, weil sie von Gebüsch oder Wald überwachsen sind.

ALTI3D eignet sich in bewaldeten Gebieten sehr gut zum Kartieren von linearen Elementen (Wege, Trockenmauern, Terrassierungen, Suonen, usw.). Hier ein sehr schönes Beispiel aus dem Tessin. Zum Auffinden von Punkt-Elementen (z.B. Reste von kleineren Gebäuden) eignet es sich jedoch nur beschränkt - vor allem dort, wo das Gelände unruhig ist.

Ortschaft Claro TI, Lokalität Pielosc, in der Luftaufnahme.
© swisstopo
Derselbe Kartenausschnitt in ALTI3D. Das Gelände erscheint, als ob es durch die Vegetation hindurch "geröntgt" worden wäre. Deutlich sind Terrassierungen, eine Weidemauer sowie (in der Bildmitte) Reste eines Gebäudes zu sehen.
© swisstopo

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Luftaufnahme der Lokalität «Gîte de Champlong» (westlich von Bourg-St-Pierre, Val d’Entremont VS). Gewisse Bewässerungskanäle sind nur undeutlich, andere gar nicht zu erkennen. Sie werden von Spuren, die weidendes Vieh erzeugt, überprägt. Luftaufnahme © swisstopo

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Die Lokalität «Gîte de Champlong» (westlich von Bourg-St-Pierre, Val d’Entremont VS) im Höhenmodell «swissALTI3D monodirektional» der swisstopo (gleicher Geländeausschnitt wie in der obigen Luftaufnahme). Das Gelände erscheint, als ob es geröntgt worden wäre; die Bewässerungskanäle sind deutlich zu erkennen. © swisstopo

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Das von Markus Weidmann aufgrund des Höhenmodells «swissALTI3D monodirektional» kartierte lokale Bewässerungssystem. Lokalität «Gîte de Champlong» (westlich von Bourg-St-Pierre, Val d’Entremont VS; gleicher Geländeausschnitt wie im obigen Höhenmodell «swissALTI3D monodirektional»). Luftaufnahme © swisstopo

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Die Reliefschattierung von ALTI3D basiert auf einem Sonnenstand im Nordwesten. Hier ein Beispiel:

Ein von Südwesten nach Nordosten verlaufender Gebirgszug in der Luftaufnahme. Nur in einem sehr geringen Teil der Aufnahme ist infolge Schattenwurf nichts sichtbar. © swisstopoDerselbe Gebirgszug in ALTI3D © swisstopo. Da die Darstellung der Reliefschattierung auf einem Sonnenstand im Nordwesten basiert, bedeutet dies:

- Nach Nordwesten ausgerichtetes Gelände wird in ALTI3D «überbelichtet» dargestellt. In diesen Gebieten sind dreidimensionale Objekte nur schlecht oder gar nicht erkennbar.

- Nach Südosten ausgerichtetes Gelände wird in ALTI3D «unterbelichtet» dargestellt. Deshalb sind auch in diesen Gebieten dreidimensionale Objekte nur schlecht oder gar nicht erkennbar.

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Eine detailierte Kartierung von Objekten aufgrund von ALTI3D führt nicht zum genau gleichen Resultat wie eine Kartierung aufgrund einer Luftaufnahme. Hier ein Beispiel einer Wüstung im Wallis:

Luftaufnahme einer Wüstung im Wallis.
© swisstopo
Derselbe Bildausschnitt in ALTI3D,
© swisstopo
Kartierung der Wüstung aufgrund der Luftaufnahme (rote Linien). Luftaufnahme © swisstopoKartierung der Wüstung aufgrund von ALTI3D (rote Linien). ALTI3D © swisstopo

Der Vergleich zeigt: Auch wenn bei beiden Kartierungen in etwa dieselben Objekte vorkommen, unterscheidet sich ihre Form (rote Linien) doch recht auffällig.

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Gemäss swisstopo blendet ALTI3D die Vegetation aus. Während den konkreten Kartierungsarbeiten hat sich jedoch gezeigt, dass dies nur auf Vegetation zutrifft, die höher als 50cm ist.

Beim Kartieren aufgrund von ALTI3D ist zu berücksichtigen, dass das Modell in gewissen Fällen dreidimensionale Objekte vereinfacht und zu neuen Formen fügt. Insbesondere dann, wenn diese unregelmässig geformt sind oder wenn diese nahe beieinander liegen. Hier ein Beispiel aus dem Vals.

Eine Wüstung auf dem Gebiet der Gemeinde Vals GR in der Luftaufnahme. Die Mauern der Wüstung (Gebäude, Pferch) sind sehr gut erkennbar. Im Blockschutt-Feld (obere Bildhälfte) ist jeder einzelne Felsblock sichtbar. © swisstopoDerselbe Bildausschnitt in ALTI3D. ALTI3D "sieht" das Blockschutt-Feld anders. Nebeneinanderliegende Blöcke / Blockfelder werden zu Formen kombiniert, die es gemäss Luftaufnahme nicht gibt. © swisstopo

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Im Rahmen von Detailkartierungen kartiere ich immer redundant, d.h. mit Hilfe von verschiedensten Kartengrundlagen.

Massgebend für die Kartierung ist die Erscheinungsweise eines Objekts in der Luftaufnahme. Erst wenn sich das Objekt auf der Luftaufnahme nicht eindeutig identifizieren lässt, kartiere ich es aufgrund der anderen Kartengrundlagen - primär aufgrund von ALTI3D.